Hast du schon mal probiert, täglich zu meditieren und bist nicht drangeblieben?

Vielleicht hast du es eine Woche lang geschafft? Oder zwei? Bevor dir das Leben in die Quere kam und deinen Vorsatz begraben hat? Mir ging es so: Als ich mit 19 die Meditation an einem Meditations-Wochenende kennenlernte, habe ich unmittelbar danach wieder damit aufgehört.

 

Ich habe sie dann erst 10 Jahre später während meiner Yogalehrerausbildung wiederentdeckt und begann dann, regelmäßig morgens zu meditieren. In dieser Zeit änderte sich meine Verfassung deutlich. Und an den Tagen, an denen ich nicht meditierte, war ich deutlich unfokussierter, verwirrter, chaotischer, unproduktiver und unzufriedener.

 

Mir wurde klar: Ich will Meditation so selbstverständlich in mein Leben integrieren wie das tägliche Zähneputzen. Heute meditiere ich jeden Morgen. Zudem nutze ich sie beispielsweise in Coachings, zwischendurch in der Bahn, am Abend und um Lösungen für Probleme zu finden.

 

 

Wie ich das geschafft habe?

Mir sind meine störenden Ablenkungsmanöver und unliebsamen Gewohnheiten vor, während und nach der Meditation bewusst geworden. Das hat mir die Freiheit gegeben, mich nach und nach von ihnen zu lösen.

 

Darüber hinaus gab es drei wesentliche Aspekte, die mir das Dranbleiben enorm erleichtert haben:

  1. meine klare Entscheidung, wirklich meditieren zu wollen, weil es mir definitiv gut tut
  2. die Neugierde auf das Abenteuer, mich auf etwas Neues einzulassen – und die damit verbundene, tiefe Freude, wenn ich das tatsächlich tue
  3. meine Willenskraft und Ausdauer, gespeist aus meinem inneren Antrieb, mich entwickeln zu wollen

 

Hier deine drei Gründe, die dich um deine regelmäßige Meditation bringen könnten:

1. Gedanken und Ablenkungen vor der Meditation

 

Wenn du wirklich regelmäßig meditieren willst, mach dir Folgendes bewusst:

Du wirst 1.000 Gründe finden, es nicht zu tun: „Ich habe keine Zeit, ich bin zu müde, ich bin zu gestresst.“ Und der Gedanke an Disziplin aktiviert möglicherweise deinen inneren Rebellen, der nicht das tun möchte, was du ihm sagst. Das ist oft der Punkt, an dem unsere gute Absicht ein Vorsatz bleibt und nicht zur neuen Gewohnheit wird. Also lass dich von den 1.000 Gründen und deinem inneren Rebellen nicht abbringen.

 

Wie das geht?

 

Mach dir deine Gründe bewusst

Beobachte mögliche Ablenkungsversuchungen und Gedanken, die dich am Meditieren hindern wollen. Denn meistens sind es unbewusste Reiz-Reaktions-Muster, die wir nicht bemerken.

 

Ein Beispiel für deinen inneren Reiz ist das Bedürfnis, mal eben schnell deine Mails zu checken oder auf Facebook zu schauen. Die Reaktion ist dann, dieser Anziehungskraft zu folgen. Wenn du dich dabei ertappst, hat der Köder weniger die Chance, dich abzuhalten.

 

Hier ein paar Möglichkeiten, die deine Meditationsabsicht durchkreuzen könnten:

  • „Ich habe keine Zeit.“
  • „Ich bin zu gestresst.“
  • „Ich kann das eh nicht.“
  • Du bleibst an Facebook kleben.
  • Du denkst, du musst unbedingt deine E-Mails checken.
  • Du willst „nur mal kurz“ fernsehen oder
  • „nur ein bisschen“ im Internet surfen etc.

 

Anstatt diesen Gedanken und bremsenden Aktivitäten zu folgen, kannst du dich entscheiden, anders als sonst zu reagieren. Du bist unabhängig und frei in deiner Wahl zu meditieren oder es nicht zu tun. Du musst nicht meditieren. Niemand zwingt/drängt dich dazu. Natürlich möchtest du.

 

Oder?

 

Du hast die Wahl. Der Unterschied ist deine bewusste Entscheidung – statt deiner unbewussten Gewohnheit zu folgen.

 

Entscheide dich klar für die Meditation

 

Nicht nur im Kopf, sondern mit Leib und Seele sowie deinem ganzen Körper. Als ich beispielsweise mit 14 unbedingt Karate erlernen wollte, habe ich es mir aus tiefster Überzeugung und ganzem Herzen wirklich gewünscht. Ich wollte es nicht nur mal eben ausprobieren.

 

Horche also in dich hinein und frage dich, was dich dazu bewegt, regelmäßig zu meditieren.

 

2. Gedanken und Ablenkungen während der Meditation

 

Vielleicht kennst du das: Du nimmst dir vor, zu meditieren und in die innere Stille zu gehen, aber dein Geist kommt nicht zur Ruhe. Sogar erfahrene Meditationsmeister erleben das. So ging´s auch mir, als ich mit der Stille-Meditation begonnen habe. Und auch heute noch toben die Gedanken immer wieder durch meinen Kopf.

 

Neulich beschäftigte mich z. B. während meiner Meditation ein Frosch im Hals. Immer wieder kratzte es und ich hatte das Gefühl, mich ununterbrochen räuspern zu müssen. „Ich könnte aufstehen und etwas Wasser trinken gehen“, schwirrte als Gedanke durch meinen Kopf. Als gäbe es eine Stimme in mir, die mich vom Meditieren abhalten will.

 

Und was ist deine Lösung?

 

In solchen Momenten geht es darum, die Dinge anzunehmen. Gedanken, Umgebungsgeräusche, Ablenkungen aller Art. Und sich auf einen Meditationsgegenstand, z. B. eine Kerze oder ein Mantra, zu konzentrieren.

 

In meinem Beispiel versenkte ich mich also in meinen Atem. Schon bald entspannte ich mich und war überzeugt, dass es auch ohne Wasser ging. Je mehr ich mich auf den Atem fokussierte, desto kleiner wurde das Froschproblem in meinem Hals.

 

Meditation heißt also nicht, einfach die Augen zu schließen und sofort Stille und Einssein zu erleben. Es ist vielmehr ein innerer Dialog mit dir selbst, den du zulässt und erforschst. Achte auf deine Gedanken, Gefühle und deinen Körper. Sie sprechen mit dir und sagen dir explizit alles, was du genau in diesem Moment benötigst.

 

Meditation lässt sich schwer in wenigen Worten erklären. Es ist eine Erfahrung, die jeder anders – aber letztendlich immer wieder als bereichernd – erlebt. Lass dich auf das Abenteuer ein, es gibt viel zu entdecken J.

 

3. Gedanken und Ablenkungen nach der Meditation – gib nicht gleich auf

 

Manchmal hast du möglicherweise im Anschluss das Gefühl: „Das war jetzt nichts. Ich habe gar nicht so richtig folgen können. Ich bin eingeschlafen. Meine Gedanken waren zu laut. Es gab Ablenkungen. Meditation ist nichts für mich.“

 

Glaube dir diese Gedanken nicht. Sie wollen dich nur abbringen.

 

Du wirst deine Aufmerksamkeit auf dem Weg immer wieder fokussieren – sachte, leicht, ohne große Mühe. Du wirst den Effekt spüren. Es ist wie ein Muskeltraining. Und bereits nach drei Wochen wirst du bemerken, wie stark dein Meditationsmuskel geworden ist.

 

Es braucht Zeit, gib nicht so schnell auf.

 

Deine langjährig eingebrannten Gewohnheiten sind stark, doch

mit jeder Meditation formt sich deine neue Lieblingsgewohnheit.

 

Was hat dich bisher abgehalten, regelmäßig zu meditieren? Das interessiert mich und alle anderen auch. Schreib mir dazu gerne ein paar Worte von dir im Kommentarfeld.

 

Lass dich nicht ablenken, es lohnt sich.

 

Auf-dich-konzentrierte Grüße

Holger 🙂

 

 

Ich freue mich, wenn du den Beitrag teilst 🙂
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